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Bodenbehandlungsanlage ist vom Tisch

Auch ein Erfolg des NABU Worfelden: Die geplante Bodenbehandlungsanlage wird nicht gebaut. Gemeinsam mit der BI "Büttelborn 21", dem BUND, dem NABU-Kreisverband und dem NABU Ortsverband sowie Landwirten, Gewerbetreibenden und vielen weiteren Bürgern unserer Gemeinde ist es gelungen, die Pläne des Betreibers zu vereiteln. Dazu der Pressebericht:

Bodenbehandlungsanlage ist vom Tisch

Projekt: Riedwerke wollen Gelände von der Baustoffaufbereitung K & S zurückkaufen

GROSS-GERAU/BÜTTELBORN

Die umstrittene Bodenbehandlungsanlage auf der Büttelborner Kreismülldeponie wird nicht gebaut. Dies ist das Ergebnis einer Aufsichtsratssitzung der Riedwerke am Mittwochvormittag. Nach Angaben von Landrat Thomas Will (SPD), der zugleich Vorsitzender des kommunalen Zweckverbands ist, schlägt der Aufsichtsrat der Verbandsversammlung vor, der Firma Baustoffaufbereitung K & S (BKS) das ihr gehörende Gelände auf der Deponie abzukaufen.
Die BKS, eine hundertprozentige Tochter der mit vielen Kommunen in der Region verbandelten Meinhardt-Gruppe, wollte in Büttelborn unter anderem belastete Böden, Tank- und Bohrschlämme sowie Filterstäube aufbereiten. Nach seinem Bekanntwerden Ende April war das Projekt allerdings auf erheblichen Widerstand der Büttelborner Bevölkerung gestoßen.

In der Protestbewegung hatten sich Bürger, Naturschutzverbände, Bauern, Gewerbetreibende und Kirchen zusammengefunden. Gegner des Vorhabens sprachen von einem „Gift-Cocktail“, Landwirte fürchteten im Falle eines Unfalls auf der Bodenbehandlungsanlage um die Existenz. In unmittelbarer Nähe der Deponie werden beispielsweise Spargel und Erdbeeren angebaut.
Die Ende Juni gegründete Bürgerinitiative „Büttelborn 21 – kein Giftmüll in Büttelborn“, der inzwischen mehr als 300 Menschen angehören, hatte massiv gegen die Pläne mobil gemacht. Am Mittwochmorgen zeigte sie auch vor dem Firmensitz der Riedwerke in der Groß-Gerauer Sudetenstraße Präsenz: Etwa 50 Demonstranten empfingen die Aufsichtsratsmitglieder mit Schildern und Transparenten, Landwirte waren mit ihren Traktoren und Bannern vorgefahren. Für die Aufsichtsräte gab es jeweils ein Säckchen Büttelborner Kartoffeln – verbunden mit der Forderung, dafür zu sorgen, dass es auch künftig unbelastete Lebensmittel aus Büttelborn gibt.
Bereits nach rund 40 Minuten war die Aufsichtsratssitzung beendet, Landrat Will überbrachte den Demonstranten die von ihnen erhoffte Nachricht, die mit Jubel und Applaus aufgenommen wurde. „Das ist ein wunderbares Ergebnis für Büttelborn“, kommentierte BI-Sprecher Armin Hanus die Entscheidung des Riedwerke-Aufsichtsrats. Verhandlungstechnisch gingen die Lorbeeren an Landrat Will und dessen Team. Ohne den Einsatz der BI wäre die Angelegenheit wohl aber anders gelaufen, vermutete Hanus.

Der Kreis setzte zuletzt in der Auseinandersetzung um die Bodenbehandlungsanlage auf eine einvernehmliche Lösung. Dies auch deshalb, weil die Anlage nach Einschätzung des Landrats aufgrund der Gesetzeslage „relativ gute Karten“ gehabt hätte, durch das Regierungspräsidium (RP) in Darmstadt genehmigt zu werden.
Neben dem BKS-Gelände werden die Riedwerke auch die dort betriebenen Bauschuttaufbereitungs- sowie Beton- und Asphaltmischanlagen übernehmen. Sie sollen künftig in Regie der Riedwerke betrieben werden. Als neuer Eigner „werden die Riedwerke dort keine Anlage zur Aufbereitung von gefährlichen Stoffen einrichten“, versicherte Landrat Will.
Mit der Meinhardt-Gruppe als BKS-Eigner war in den Verhandlungen der vergangenen Wochen eine grundsätzliche Einigung über den Verkauf erzielt worden. Im Gespräch ist ein Kaufpreis von rund sieben Millionen Euro, den die Riedwerke aus eigener Kraft finanzieren sollen. Gebührenerhöhungen soll es wegen des Ankaufs nicht geben, hieß es bei der Kreisverwaltung. Die Riedwerke gehören zu 51 Prozent dem Kreis Groß-Gerau, die Städte und Gemeinden halten 49 Prozent.
Der Kreisausschuss soll sich nun am Montag (22.) mit dem Thema beschäftigen. Die Beratung im Kreistag ist für den 26. September vorgesehen. Unmittelbar anschließend könnte dann bei einer Sondersitzung der Riedwerke-Verbandsversammlung endgültig über den Ankauf entschieden werden.
BI-Sprecher Hanus kündigte am Mittwoch an, dass die Initiative die Entwicklungen auf der Büttelborner Deponie weiter kritisch begleiten werde.

(Groß-Gerauer Echo, 11.8.2011)


11.08.2011. 15:31

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